Null- und Plusenergiegebäude effektiv bilanzieren



- Jetzt neue Version 6 -


Die energetische Bilanzierung von Gebäuden nach DIN V 18599 wird vielfach wegen ihrer Komplexität und der daraus folgenden zeitaufwändigen Handhabung kritisiert. 2010 wurde in einem Forschungsprojekt das Excel-basierte Werkzeug EnerCalC entwickelt, das sich insbesondere zur energetischen Charakterisierung eines Gebäudes in der frühen Planungsphase eignet. Anfang 2018 erscheint Version 6 der Software.
schnappschuss-00282018-03-03-09.56.290029.png

EnerCalC bietet die Möglichkeit mit relativ geringem Aufwand den Energiebedarf für ein Gebäude differenziert zu bilanzieren. Das Werkzeug orientiert sich an der DIN V18599, bleibt aber durch gezielte Vereinfachungen schnell und übersichtlich. Die nun erhältliche Version 6 der Excel-basierten Software bietet verschiedene neue Funktionen und Berechnungsmodalitäten, mit denen Gebäude genauer bilanziert werden können. Beispielsweise kann jetzt die Eigenstromnutzung aus Windenergieanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung und Photovoltaik-Anlagen auch in Verbindung mit Batteriespeichern in die Bilanz einbezogen werden.
Die energetische Bilanzierung von Gebäuden nach DIN V 18599 wird wegen ihrer Komplexität und der daraus folgenden zeitaufwändigen Handhabung kritisiert. Deshalb wurde in einem Forschungsprojekt das Excel-basierte Werkzeug EnerCalC entwickelt, das sich gut zur energetischen Charakterisierung eines Gebäudes in der frühen Planungsphase eignet, weil die Resultate von Planungsentscheidungen oder –varianten schnell kalkulierbar sind. Die Software wird von ihrem Autor Dr. Markus Lichtmeß kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt.

Jetzt wurde die Version 6 veröffentlicht, die eine weitere, grundlegende Überarbeitung beinhaltet. Dies betrifft die Bilanzierungsmethodik, verschiedene Berechnungsmodalitäten, erweiterte Wetterdaten und die Ergebnisdarstellung. Dabei geht es im Kern um die energetische Bewertung von sogenannten Niedrigstenergiegebäuden (nearly zero-energy buildings), ein Standard, der durch die EU-Gebäuderichtlinie ab 2021 für alle neuen Gebäude verpflichtend sein wird, sowie um eine differenziertere Einbeziehung der Eigenstromnutzung aus Windenergieanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Photovoltaik-Anlagen. Außerdem wurde die grafische Ergebnisdarstellung um ein anschauliches dynamisches Energieflussdiagramm erweitert und einige Hilfethemen in Form von Tool-Tipps ergänzt.

Was ist neu in Version 6?
Die Bilanzierung von erzeugtem Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung oder regenerativer Stromerzeugung und die Berechnung des selbst genutzten Anteils ist ein komplexes Thema. Deshalb wurden in Version 6 von EnerCalC neue Rechenregeln implementiert, mit denen der selbst genutzte Strom aus Photovoltaik-, Windenergie- oder KWK-Anlagen ermittelt und anteilig dem Eigenbedarf oder der Einspeisung zugeteilt werden kann. Auch Batteriespeicher zur Erhöhung der Eigenstromnutzung können in der Bilanz berücksichtigt werden. Optional können auch weitere Verbräuche einbezogen werden, welche normgemäß nicht erfasst werden. EnerCalC berechnet jetzt die Deckungsanteile am Wärmebedarf für unterschiedliche Wärmeerzeuger und monatlich differenziert – das ist mit Blick auf die Eigenstromnutzung besonders für die Kraft-Wärme-Kopplung relevant.

Mit einem neuen Bilanzmodell werden Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung nach dem System des Gebäudeenergieausweises energetisch bewertet – jedoch unter Berücksichtigung des selbst genutzten Stroms. Auch Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen können energetisch berücksichtigt werden: Deren Stromerzeugung bzw. der selbst genutzte Anteil wird dann gemäß der DIN V 18599-9:2016-10 in die Bilanz einbezogen.

enercalc_sankey_ewb.png

Quelle
https://projektinfos.energiewendebauen.de/forschung-im-dialog/neuigkeiten-aus-der-forschung/detailansicht/upgrade-fuer-software-zur-schnellen-gebaeudebilanzierung/